Welche Arten der Typberatung gibt es sonst noch?

Als eigenverantwortliche Unternehmerin in Sachen Farb- und Stilberatung bin ich selbstverständlich immer wieder auf der Suche nach Neuerungen, Unterschieden, Veränderungen und hinterfrage meine Art der Beratung. Auch habe ich schon darüber reflektiert, ob die Einteilung der Stilgrundtypen in 4 verschiedene Kategorien (1. sportlich/natürlich, 2. romantisch/feminin, 3. klassisch/zeitlos, 4. extravagant) noch zeitgemäß ist und bin bei meiner Recherche auf ein Buch gestoßen, das 25 verschiedenen Stilrichtungen enthält.

 

25 verschiedene Stilrichtungen?! Wie ist das möglich? Bin ich mit meiner erlernten 4-er Kategorisierung denn völlig auf dem Holzweg?

Kurzum: Ich habe mir das Buch bestellt: Mein schönstes Ich

Die Einführung beginnt schon einmal interessant mit einem Zitat von Giorgio Armani: „Stil ist Stimmigkeit. Die Beziehung zwischen einer Person und dem, was sie trägt.“

Die Autorin Veronika Wimmer legt direkt im 1. Kapitel „Sind Sie, was Sie tragen?“ los und ermutigt Frauen, zu ihrer Weiblichkeit zu stehen, ihre Potenziale auszuschöpfen und ihren Stil zu finden.

Im 2. Kapitel „Es braucht nicht viel, aber das Richtige“ werden die allgemeinen Aussagen aus Kapitel 1 konkretisiert. Durch Fragestellungen wird die Leserin zum Nachdenken und Selbstforschung angeregt:

  • Was stärkt meine Ausstrahlung?
  • Was bringt mich in eine positive Energie?
  • Was vertieft meine Präsenz?
  • ….

Auch wird die Leserin darin ermutigt, sich ganzheitlich anzunehmen und lieben zu lernen, da wahre Schönheit noch immer von innen kommt.

Farben

Im Kapitel 3 wird auf die Farben eingegangen. Es wird hierbei unterschieden in Temperatur (warm – kalt), Buntwert (bunt – unbunt), Lichtwert (hell – dunkel) und Intensität (leuchtend – gedeckt). Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass diese Art der Farbanalyse eine völlig andere wäre als die Jahreszeitentypologie – aber dazu später. 😉

Stilrichtungen

Ab Kapitel 4 folgt die Annäherung zu den Stilgrundtypen. Es werden wesentliche Fragen gestellt, wie:

  • Womit fühle ich mich aufgehoben, gestärkt, getragen, frei?
  • Mit welchen Stoffen entspanne ich mich?
  • Welche Materialien geben mir Kraft?
  • ….

Ab Seite 73 wird die konkrete Frage gestellt: Wie können Sie Ihren Typ finden?

Ich habe natürlich die Probe auf’s Exempel gemacht und selbst versucht, anhand der Beschreibungen festzustellen, wie ich mich selbst analysieren würde und bin damit auf das erste Problem gestoßen:

Sehe ich mich wirklich richtig? Oder ist das nur mein Wunschbild? Sind meine Gesichtszüge klar voneinander abgegrenzt oder verschwimmen sie? Fragen über Fragen… und das als Profi.

Ich blättere weiter…

… und lande bei Individuelle Stilwelten.

 

Von den Stilwelten findet man 6 verschiedene, die wiederrum 3-6 Unterthemen in sich vereinbaren. Insgesamt sind es somit 25.

Ich arbeite mich durch, denn diese Art der Kategorisierung ist neu für mich. Dabei orientiere ich mich vor allem an den Begriffen und den Illustrationen. Welche sprechen mich auf Anhieb an? Würde ich mich verkleidet fühlen oder könnte ich sofort eines der Teile – ohne zu überlegen – anziehen?

In der 1. Stilwelt Extravagant-klar treffen auf mich zwei von sechs Unterthemen zu: puristisch und elegant.

In der 2. Stilwelt Klar-schlicht passen alle vier Unterthemen: sportlich, sinnlich, natürlich, klassisch

In der 3. Stilwelt Klar-lebendig finde ich ein passendes Unterthema (von drei): Trenchcoat-Typ

In der 4. Stilwelt Leicht-verspielt ist keines der Unterthemen passend für mich, weder Robin Hood, noch historisch oder romantisch, noch die anderen beiden.

Auch in der 5. Stilwelt Opulent ist kein Unterthema für mich dabei.

Die 6. Stilwelt Unbändig beinhaltet für mich wieder nur ein Unterthema von dreien: Jeans-Typ

 

Diese 6 Stilwelten mit all ihren Unterthemen werden noch mit 3 Überthemen ergänzt, aus denen ich für mich das stille Thema gewählt habe.

 

In Kapitel 5 wird nun auf die Proportionen(Figurtypen) eingegangen: Diese Aufteilungen sind mir bekannt. Ohne dass explizit die Figurformen benannt werden in X-Typ, O-Typ, H-Typ, A-Typ oder V-Typ, ist es das, worauf es hinausläuft: Eine ausgeglichene Silhouette, ausgeglichene Schulterpartien, Figur- und Gesichtformen durch Schnitte/Ausschnitte, Muster, Farben, Stoffe, etc. modelieren.

Das 6. Kapitel geht auf Stil im Beruf ein. Das 7. Kapitel schließt mit dem Ausmisten ab.

 

FAZIT allgemein:

Das Buch ist hervorragend geeignet, um sich mit sich selbst zu beschäftigen, die Haltung sich selbst gegenüber zu überprüfen und ggf. auch ein anderes/positiveres Bild von sich zu entwickeln. Relativ stilsichere Frauen erkennen sich vielleicht in den unterschiedlichen Richtungen wieder und sind in der Lage, Theorie in Praxis umzusetzen. Bei den Farben könnte es schon schwieriger werden, denn wer hat schon diese Anzahl an Farben zu Hause in seinem Kleiderschrank? Auch die Vielzahl an Mustern oder Stoffen wird im Alleingang nur schwer zu erkunden sein, außer, ich gehe anhand dieser Ideen ins Kaufhaus und überprüfe an mir selbst, wie sich die Materialien anfühlen – sofern das in dieser kurzen Zeit möglich ist. Deshalb: Zur ersten Annäherung und Selbstreflexion top – zur einen Analyse nur bedingt geeignet.

 

FAZIT für mich selbst und in meiner Position als Typberaterin:

In meiner eigenen Analyse war das Thema Klarheit omnipräsent. In all diesen Stilwelten mit dem Begriff -klar habe ich mich wiedergefunden – mal mehr mal weniger. Hingegen war in den Stilwelten verspielt und opulent nichts für mich dabei. In der Stilwelt unbändig war ich der Jeans-Typ.

Um das in meine Kategorisierung umzuwandeln bedeutet das: sportlich/natürlich mit femininen Elementen (aus dem Typ romantisch/feminin), verbunden mit klassischer Schlichtheit/Eleganz. Was mir in keinster Weise entspricht, sind die Bereiche romantisch (die verspielte Variante) oder das schrille, laute Extravagante. Es deckt sich somit exakt mit der Analyse aus dem Buch Mein schönstes Ich.

Was die Farbberatung angeht, so unterscheidet auch die 4 Jahreszeitentypologie in warm (Frühling/Herbst) und kalt (Sommer/Winter), in Intensität und Lichtwert gedeckt, hell (Frühling/Sommer) und leuchtend, dunkel (Herbst/Winter). Der Buntwert richtet sich in der psychologischen Farbberatung – so wie ich sie ausübe – immer nach dem Gefühl der Kundin.

Die Frage, die ich mir nun stelle ist: Inwieweit sind die vielen Unterthemen bei meinen Kundinnen womöglich verwirrend? Das Einkaufen soll schließlich einfacher werden und nicht noch mehr verkompliziert werden. Wenn nun noch figurvorteilhafte Schnitte, Muster und Stoffe miteinbezogen werden UND das Ganze mit der aktuellen Mode in Einklang gebracht werden muss… Wer kennt sich da noch aus?

Unterm Strich waren die Ergebnisse exakt dieselben. Die Herangehensweise jedoch eine andere. Was für mich als Typberaterin zählt, ist das Ergebnis und dass meine Kundschaft das System versteht, sich leicht einordnen kann und ein Gespür für ihre persönlichen Themen und Feinheiten entwickelt, die wiederum nicht in Kategorien zu packen sein sollten.

 

Bilder des Buches Mein schönstes Ich aus Amazon:

 

 

Sei bitte nicht genervt wegen dieses Pop-ups :-)

...sondern mach einfach mit - beim nächsten Online-Schminkkurs. Eintragen und dabei sein!

Am 19. November 2017 geht's los! 

Vielen Dank für deine Anmeldung. Jetzt bestätige bitte noch den Link und Du bist dabei! :-)